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Halleiner Puppentheater

Das „Halleiner Puppentheater“ und das Gymnasium Hallein hatten von Anfang an eine innige Beziehung zueinander. Denn der Gründer des „Halleiner Puppentheaters“ war nicht nur Professor am Gymnasium, sondern einer der Initiatoren, die sich für ein Gymnasium in Hallein am Georgsberg eingesetzt haben.

Als Prof. Edmund Stierschneider in seiner Jugend in Hallein die Volksschule besuchte, war es für ihn die größte Freude, wenn ihn seine Eltern mit nach Salzburg nahmen und mit ihm das Marionettentheater besuchten. Später, als der akademische Maler Stierschneider an der Realschule Bruck/Mur den Kunstunterricht leitete, verfertigte er mit seinen Schülerinnen und Schülern Dutzende von Handpuppen und Marionetten. Außerdem spielten er und seine Frau mit seinem damaligen Direktor und einem Kollegen viele Sonntage hindurch für mittellose Kinder die bedeutendsten Märchen. Dann kam der Krieg.

1945, nach dem Zusammenbruch, spielte das Ehepaar Stierschneider wieder ab und zu in seiner Oberalmer Wohnung für Kinder und Eltern aus seinem Bekanntenkreis. Nach solchen Vorführungen wurden die beiden immer wieder aufgefordert, das köstliche Puppentheater auch anderen zugänglich zu machen, also öffentlich zu spielen. Und es fanden sich auch tüchtige Mitarbeiter, wie Dipl. Ing. Gürke und Prof. Hans Baier. So wurden die „Halleiner Puppenspiele“ am 18. April 1948 in Puch, im Saale des „Jägerwirtes“, aus der Taufe gehoben. Es regnete Beifall und schriftliches Lob. Obwohl sich die Mitwirkenden gar nicht so großartig vorkamen, hieß es immer wieder, die „Halleiner“ wären die beste Handpuppenbühne, die man in den letzten Jahrzehnten gesehen hätte. Ab 1950 spielte das Ehepaar Stierschneider mit Dr. Lepuschitz, einem hervorragenden Sprecher und Puppenführer. Und es wurde in vielen Orten Österreichs gespielt. Drei Spiele wurden vom Rundfunk aufgenommen und die Austria Wochenschau zeigte Auszüge aus den Halleiner Puppenspielen in allen Kinos. Zu den beliebtesten Stücken zählte auch „Stille Nacht“ mit Porträt-Puppen von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr.

Als die Stadtfeste Hallein 1987 auf Anregung von Odo Stierschneider, dem Sohn von Prof. Edmund Stierschneider, das internationale Puppentheaterfestival nach Hallein brachten, haben Professoren am Gymnasium Hallein, unter ihnen Prof. Peter Gabler, eine Renaissance der Halleiner Puppenspiele unter der Neubezeichnung „Halleiner Puppentheater“ initiiert und mit Engagement einige Jahre umgesetzt. Im Rahmen der Aktivitäten zum 200 Jahr Jubiläum des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!" wurde mit dem Gymnasium Hallein das alte Halleiner Puppentheater mit den noch erhaltenen Puppen von Prof. Stierschneider, die auf dem Dachboden des Gymnasiums gefunden wurden, wiedergegründet. Die alten Puppen wurden dabei von der Modeschule Hallein neu eingekleidet und Iris Moosleitner schuf neue Bühnenbilder.

Schwester Christiane, Fachvorstand der Modeschule Hallein mit Schülerin Joana Waldbauer bei der Kostümprobe für die Puppe des Salzachschiffers

Iris Moosleitner zeigt in ihrer Werkstadt eine liebevoll gestaltete Puppe.